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Erfolg Ausgabe Januar/Februar 2016

16 Wirtschaft Frankenstärke als grosse Sorge vieler Schweizer Unternehmer Finanzielle Unternehmensführung für die nächsten sechs Monate Provida hat zum Jahreswechsel rund 4440 Schweizer Unternehmen angeschrieben und ihnen Fragen zur finanziellen Unternehmensführung gestellt. Die Rücklaufquote beträgt rund 5 %. Das Ziel ist es, auf die Herausforderungen von Schweizer KMU einzugehen und den Unternehmern Vergleichswerte zu bieten. Eine Umfrage zu Fragen der finanziellen Unternehmensführung von Provida zeigt für die nächsten sechs Monate, dass die Schweizer Unternehmer mehrheitlich einen neutralen wirtschaftlichen Ausblick haben. Das Geschäftsvertrauen ist weitgehend stabil, jedoch gehen die Unternehmer eher von sinkenden Auftragsbeständen und Investitionen aus. Auch die Personalbestände sind tendenziell leicht sinkend. Bei den Finanzgrössen kann auch von einer Stabilität ausgegangen werden. Die Liquidität und der operative Cashflow (Geldfluss aus Betriebstätigkeit) werden zwischen leicht sinkend bis stabil eingestuft. Jedoch zeigt sich, dass sich die Rentabilität in den nächsten Monaten am stärksten reduzieren wird. Es kann hierbei darauf geschlossen werden, dass viele Unternehmen noch von ihren Auftragsbeständen profitieren. Aus Sicht der Finanzierung wird erwartet, dass sich die Kreditkosten und die Fremdfinanzierung (Finanzierung durch Dritte) ebenfalls reduzieren. Das Eigenkapital und die Risikobereitschaft der Unternehmer bleiben weitgehend stabil. Branchenentwicklung Ausserhalb der Branche werden die Rahmenbedingungen mehrheitlich als kleine Gefahr beurteilt. Einzig die technischen Rahmenbedingungen werden mehrheitlich als kleine Chance wahrgenommen für die nächsten sechs Monate. Die Digitalisierung und die Automatisierung werden wohl in diesem Zusammenhang eine zentrale Rolle einnehmen für viele Unternehmen, um Prozesse und Abläufe und somit Kosten optimieren zu können. Kunden und Lieferanten sind wichtige Anspruchsgruppen für Unternehmen. Der Einfluss von Kunden und Lieferanten wird durchschnittlich als kleine Gefahr angesehen. Vielmehr wird die Rivalität in den Branchen zwischen den bestehenden und neuen Konkurrenten als Gefahr wahrgenommen für die nächsten sechs Monate. Die zunehmende Konkurrenz aus dem Ausland, dem Netz und der Preiskampf in vielen Branchen sind wichtige, mögliche Erklärungsfaktoren. Interessant ist, dass die Unternehmer angeben, dass die Kunden- und Mitarbeiterzufriedenheit mehrheitlich stabil bis steigend sein wird. Auch die Produktivität und die Innovationskraft werden in den nächsten sechs Monaten stabil bis steigend sein. Die Unternehmer gehen somit davon von aus, dass es gelingen wird, dass die Kunden trotz der verschärften Branchenrivalität und des starken Schweizer Frankens zufrieden sind mit den Produkten und Dienstleistungen. 1 = sehr grosse Gefah, 2 = grosse Gefahr, 3 = kleine Gefahr, 4 = kleine Chance, 5 = grosse Chance, 6 = sehr grosse Chance. Quelle: Provida Unternehmerreport 2015, N = 237 Unternehmer Sorgenbarometer Die grösste Sorge für viele Unternehmer ist der starke Schweizer Franken gegenüber den übrigen Hauptwährungen und vor allem gegenüber dem Euro. Da viele Schweizer Unternehmen in den grenznahen EU-Markt ihre Produkte und Dienstleistungen liefern, sind sie vom starken Franken besonders betroffen. Auch ein Jahr nach der Aufhebung des Mindestkurses bleibt der starke Franken für die nächsten sechs Monate die mit Abstand grösste Sorge. Die übrigen Sorgen betreffen die hohe geschäftliche Unsicherheit, die unsichere Entwicklung der Aufträge, die Regulierung sowie die schwierige Rekrutierung von geeignetem Fachpersonal. Quelle: Provida Unternehmerreport 2015, N = 145 (Mehrfachnennungen möglich Einflussfaktoren auf den unternehmerischen Erfolg Verschiedene Ereignisse beeinflussen den unternehmerischen Erfolg von Schweizer Unter- Ausgabe 1/2 / Januar / Februar 2016 / ERFOLG nehmen. Die befragten Themen zeigen, dass die Unternehmer mehrheitlich alle Themen zwischen grosse bis kleine Gefahr für die nächsten sechs Monate einstufen. Besonders die Regulierung und der starke Franken stellen die gegenwärtig grössten Gefahren dar für die nächsten sechs Monate. Die Unternehmer geben jedoch an, dass rund 10 % nicht vom starken Franken betroffen sind. Für einen Viertel ist der starke Franken ein sehr grosses und für 60 % ein mittleres Problem. Die befragten Unternehmen, die vom starken Franken betroffen sind, geben an, dass sie für die nächsten sechs Monate verstärkte Reduktion von operativen Kosten, Erhöhung der Effizienz und eine Stärkung der Innovation vorsehen, um den starken Franken abzufedern. Eine Ausweitung der Arbeitszeit sehen 28 % und eine Verlegung der Produktion ins Ausland sehen knapp 10 % vor. Offenbar wird geplant, die bestehende Unternehmensstruktur in den nächsten sechs Monaten an die schwierigen Währungsgegebenheiten anzupassen, bevor diese umstrukturiert werden. Die grosse Mehrheit der befragten Unternehmen geht davon aus, dass sich der Schweizer Franken zu den wichtigsten Währungen (EUR, USD, YEN und GBP) stabil für die nächsten sechs Monate entwickeln wird. Rund ein Viertel geht allerdings von einer Aufwertung des Schweizer Frankens gegenüber dem Euro und dem amerikanischen Dollar aus. Weiter gehen sie mehrheitlich von einem stabilen Inflationsumfeld von 0 % aus. 1 = sehr grosse Gefah, 2 = grosse Gefahr, 3 = kleine Gefahr, 4 = kleine Chance, 5 = grosse Chance, 6 = sehr grosse Chance Quelle: Provida Unternehmerreport 2015, N = 223 Dr. Marco Gehrig, WP, Dozent am Institut für Unter- nehmensführung (IFU-FHS), Kompetenzzentrum für Finanzmanagement und Controlling und Verwaltungsrat von Provida FHS St.Gallen Hochschule für Angewandte Wissenschaften Institut IFU-FHS Rosenbergstrasse 59, Postfach, 9001 St. Gallen

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