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Erfolg Ausgabe Dezember 2015

8 Energiepolitik Ausgabe 12 / Dezember 2015 / ERFOLG Stimme aus Bern Nach den Wahlen: Am 18. Oktober hat die Schweiz gewählt. Das Resultat wurde diskutiert und interpretiert. So manches Medium hielt fest, dass die Energiewende es nun schwerer haben werde. Einige spekulierten sogar, es könnte zum Totalabsturz kommen. Wo stehen wir wirklich? Wo steht die Energiewende und wie wird es weitergehen? Dazu vier Punkte: 1. Natürlich ist die politische Mehrheitsbildung entscheidend für die Geschwindigkeit und für die Verlässlichkeit des ganzen Prozesses rund um den Umbau unserer Energieversorgung. Dennoch können auch politische Mehrheiten ein paar grundlegende Fakten nicht beseitigen: Klimawandel, das Risikopotential der Atomenergie und die Kosten der fossilen Abhängigkeit können auch politische Mehrheiten nicht umdrehen. Die Fakten für die Energiewende sprechen Jahr für Jahr mehr gegen die Bremser, die jetzt, laut verschiedenen Medienberichten, anscheinend das Sagen haben sollen. 2. Ein politischer Prozess ist nie mit einer Wahl entschieden. Das wissen wir Schweizerinnen und Schweizer am Besten. Genau so wenig wie es in der Europafrage für unser Land nur noch eine Abstimmung braucht und dann ist alles geregelt, genau so wenig wird die Energiezukunft nicht mit einer Wahl oder einer Abstimmung geregelt. Die Energiestrategie 2050 ist eine Jahrhundertaufgabe, 3–4 Jahrzehnte für dieses eine Teilziel, zusammengefasst in einem Plan mit dem Titel «Energiestrategie 2050». Auch diese Zeit wird nicht reichen. Wir werden für den Umbau auf 100 % Erneuerbar das ganze Jahrhundert brauchen. Es ist gut, wenn wir politische Prozesse immer auch im längerfristigen Bogen sehen und uns nicht einreden, es sei jetzt alles nicht mehr möglich. Global zeigt alles in die eine Richtung des Umbaus der Energiesysteme mit mehr Energieeffizienz und mehr Erneuerbarer Energie. Das ist gut so. Und gegen eine solche Entwicklung kann auch eine politische Mehrheit in unserem Zwergenland nichts ausrichten. 3. Dranbleiben ist deshalb auch die richtige Antwort. Dranbleiben ist die einzige Antwort, die man sich als Unternehmerin und als Unternehmer gibt, wenn neue Herausforderungen anstehen. Anfang Jahr wurden wir alle mit dem Frankenschock konfrontiert. Manche waren der Meinung, dass die Wirtschaft nicht auch noch mit dem Projekt «Energiezukunft» belastet werden darf. Dabei ist offensichtlich, dass ein Mehr an Energieeffizienz einzig die Betriebskosten senken hilft und, dass der Zubau an erneuerbaren Energien uns aus der Abhängigkeit ausländischer Energielieferungen befreit, die nota- bene alles andere als Preisstabilität garantieren können. Deshalb erkenne ich nur eine Antwort: Dranbleiben. Deshalb hat die AEE SUISSE anfang Jahr auch die Initiative ergriffen und die «Schweizer Wirtschaft für die ES2050» ins Leben gerufen. Die Bewegung ist gut gestartet und sie wächst. Alle dürfen mitmachen. Leider will Economiesuisse nicht mitmachen, weil sie die Energiewende nicht wollen. Mit «Dranbleiben» halten die konstruktiven Kräfte der Schweizer Wirtschaft dagegen. 4. Und dann noch dies: Die Energiewende ist definitiv nicht nur ein politisches Projekt. Denn sie passiert bereits. Täglich werden Schritte getan in die richtige Richtung. Die Energiewende wird gebaut, entwickelt, erforscht. In den Städten, Gemeinden und in den Unternehmen. Für viele Unternehmen ist Abwarten und Zuschauen schon lange keine Option mehr. Darauf können wir stolz sein, denn es sind die vielen KMU in unserem Land, die mit ihrem Vorwärtsgehen für eine langfristige Versorgungssicherheit und damit für Arbeitsplätze jenseits der fossilen Abhängigkeit sorgen. Dass Abwarten und Zuschauen keine Option ist, zeigt gerade der Blick über unsere Grenzen hinaus: Auch im vergangenen Jahr sind zwei Drittel aller Investitionen in Energieanlagen im erneuerbaren Bereich getätigt worden. Die Schweiz kann und muss bei der Neuausrichtung der globalen Energieversorgung ganz vorne dabei sein – und entsprechend ihr eigenes Feld bestellen –, wenn sie ihren Wohlstand und ihre Stellung auf den globalen Märkten – nicht nur, aber insbesondere bei Cleantech-Lösungen – wahren und ausbauen will. Ich bin überzeugt und zuversichtlich zugleich, dass sich diese Erkenntnis durchsetzen wird – nicht nur dort, wo man von Anfang an die Chancen der Energiewende gesehen hat, sondern auch bei all denen, die das bis heute für undenkbar gehalten haben. Stefan Batzli, Geschäftsführer AEE SUISSE Dachorganisation der Wirtschaft für erneuerbare Energien und Energieeffizienz, www.aeesuisse.ch Über die AEE SUISSE Die AEE SUISSE vertritt als Dachorganisation der Wirtschaft für erneuerbare Energien und Energieeffizienz die Interessen von 24 Branchenverbänden und deren rund 15 000 Mitgliedern, der Unternehmungen und der Energieanbieter aus den Bereichen erneuerbare Energien und Energieeffizienz. Ihr Ziel ist es, die Öffentlichkeit und Entscheidungsträger zu informieren, für eine nachhaltige Energie- politik zu sensibilisieren und sich aktiv an der Gestaltung der wirtschaftlichen und energiepolitischen Rahmenbedingungen auf nationaler und regionaler Ebene zu beteiligen. www.aeesuisse.ch

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