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Erfolg Ausgabe Oktober 2016

4 Schweizerischer KMU Verband Servicewüste Post, Digitalisierung und Zukunftsideen Es ist Samstagmorgen um 11.15 Uhr und ich stehe am Postschalter in Zug um mittels einer gelben Abholeinladung einen Brief abzuholen. Nach 10 Minuten ergebnisloser Suche wird mir freundlich mitgeteilt, dass man meinen Brief aus Versehen auf eine andere, rund 700 m entfernte Poststelle gebracht und man nun nichts machen könne, da diese bereits um 11.00 Uhr geschlossen habe. Man kümmere sich aber gleich am Montag darum und am Dienstag könne ich den Brief abholen. Am Dienstag stehe ich wieder – zwischen Ladekabeln, Schokotalern und Malbüchern – in der Poststelle und werde ein weiteres Mal vertröstet, da man vergessen hat, die Poststelle Herti zu informieren und mein Brief noch immer dort sei, die Poststelle aber erst um 9.00 Uhr dort öffnet. Am Donnerstag stehe ich wieder vergebens morgens um 7.30 Uhr am Schalter, da es die Post noch immer nicht geschafft hat, meinen Brief aus der 700 m entfernten Poststelle zur Post Metalli zu bringen und unter 100 Entschuldigungen verspricht man mir, dass es am Freitag klappen müsste. So ganz nebenbei frage ich mich, warum man eigentlich in Zug mehrere Poststellen zu gemacht hat, aber eine Poststelle offen lässt, welche am Samstag bereits um 11.00 Uhr zu hat und unter der Woche erst um 9.00 Uhr öffnet. Liebe Post: Fehler können und dürfen passieren. Aber wenn es die Post nicht schafft trotz so viel Personal – welches tagtäglich zwischen diesen beiden Poststellen kurvt – einen Fehler unkompliziert zu korrigieren, so stimmt mich dies bedenklich. Jeder Unternehmer im Land würde in einem solchen Fall einen Mitarbeiter schicken oder sich selber ins Auto setzen, um bei einer Fehllieferung dies schnell zu beheben, den Brief zu holen und alles wäre gut. Vielleicht sollte sich die Post nicht nur mal wieder zurück besinnen auf die Kernaufgaben, nämlich das Versenden von Post von A nach B, sondern auch darauf, dass es nichts Wichtigeres gibt als zufriedene Kunden. Und in diesem Fall haben Sie einen verloren. Post gegen Rupp 0:1. Wenn ich dann auch noch von einer Studie des SECO höre (Blick vom 28.9.2016), dass 61 % aller befragten Mitarbeiter hautsächlich gestresst seien, wegen «schwierigen» Kunden und den Arbeitszeiten, so stimmt mich dies sehr bedenklich. Kein Wunder wird die Digitalisierung so vorangetrieben. Denn dann braucht es wohl bald wesentlich weniger Personal und die Öffnungszeiten entfallen. Parallel dazu sollen wir aber länger arbeiten und vom Rentenalter 67 wird bereits gemunkelt? Ich frage mich sowieso, warum man immer davon spricht, dass weil die Menschen immer älter werden, man auch länger arbeiten muss. Warum kann man nicht nach einem langen Arbeitsleben länger nichts mehr machen und den letzten Lebensabschnitt geniessen? Mittlerweile reden wir bereits von Eingliederungsproblemen 50 + (Den Begriff 45 + wage ich gar nicht hier zu nennen). Erst recht kann ich mir nicht vorstellen, dass später mal ein Jungunternehmer jemanden einstellt, welcher doppelt so alt ist… Und die Ausrede, die AHV sei nicht finanzierbar etc. basiert nur auf heutigen Modellen. Auch dies sollte man von einer anderen Seite mal anschauen. Wenn heute dank Automatisierung ein Arbeitnehmer die gleiche Arbeit macht wie vor 50 Jahren 7 Mitarbeiter (Studie aus Deutsch- Ausgabe 10 / Oktober 2016 / ERFOLG land) so bedeutet dies zwar, dass 6 Leute weniger angestellt sind, Geld verdienen und dieses versteuern resp. in die sozialen Institutionen AHV, ALV, IV etc. einbezahlen, andererseits aber ist die Wertschöpfung bei den Firmen höher. Klar sind Unternehmenssteuerreformen nicht populär und ich habe volles Verständnis, wenn man sagt, dass hohe Steuern für Firmen den Wirtschaftsstandort schwächen. Aber da findet man doch sicher eine für alle Seiten annehmbare Lösung. Eventuell sollte man auch mal wieder überlegen, ob Kursgewinnen von Aktien und Obligationen wirklich steuerfrei sein müssen, wenn sich diese im Privatbesitz befinden? Vielleicht sollte man mal Innovationsmanager, Zukunftsforscher und Finanzspezialisten statt Politiker und CEO's (welche Geld verdienen, aber kein echtes eigenes Risiko tragen) an einen runden Tisch setzen und nach zukunftsträchtigen Lösungen suchen lassen?

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