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BRANCHEN
12 SEITEN NEUIGKEITEN UND INFORMATIONEN AUS DEN SPARTEN INNUNGEN UND BERUFSGRUPPEN
Noch früher in Pension?
So ein System ist nicht finanzierbar!
Länger im Arbeitsprozess bleiben und die Abschaffung der Hacklerregelung - das sind die
Zeichen, die es jetzt zu setzen gilt. Die Junge Wirtschaft Vorarlberg sieht ihren Kurs und ihre
Forderungen bestätigt: „Die Szenarien sind längst bekannt, daher muss aktiv entgegengesteuert
werden. Eine Anhebung des Pensionsantrittsalters ist unausweichlich.“
Folgt nach der Wirtschaftskrise die Pensionskrise?
Mit Sicherheit, wenn nicht rasch entgegengesteuert
wird, sind sich Experten
einig. „Kern des Pensionsproblems ist die ,Frühpensionitis’,
bedingt durch Fehlanreize des Systems
wie z.B. die „Hacklerregelung“, versicherungsmathematisch
unzureichende Abschläge
und zu geringe Anreize für längeres Arbeiten.
Daher sind die Weichen im Pensionssystem
selbst neu zu stellen“, so Martin Gleitsmann, Leiter
der Abteilung für Sozialpolitik und Gesundheit
in der WKO.
Eine repräsentative Umfrage (n=521) der Jungen
Wirtschaft von 2011 unter ihren Mitgliedern zeigt
ebenfalls klar die Notwendigkeit einer Reform unseres
Pensionssystems. „82% fordern eine umfassende
Reform des Systems. Es ist offensichtlich,
dass wir umgehend handeln müssen, damit auch
die heute Jungen noch eine Pension bekommen“,
betont der Geschäftsführer der Jungen Wirtschaft
Vorarlberg, Mag. Marco Tittler. Der „Run“ auf die
Frühpension und die geforderten überdurchschnittlichen
Pensionserhöhungen werden nicht
haltbar sein, ist der JW-Geschäftsführer überzeugt.
„Wir wurden letztes Jahr durch die OECD auch
noch von internationaler Seite darauf aufmerksam
gemacht – es wird Zeit, dass was geschieht – und
das heißt: weg mit der Hacklerregelung und zwar
so schnell als möglich“, fordert Tittler.
Jetzt reformieren und für sichere und leistbare
Zukunft sorgen
Je früher Menschen in Pension gehen, umso weniger
können sie aktiv zum System beitragen. Trotz
eines gesetzlichen Mindestpensionsalters von 65
Jahren gehen die Österreicher im Durchschnitt sieben
Jahre früher in Rente – das kostet bis zum Jahr
2035 mehr als 50 Milliarden Euro. „Wir fordern
daher eine rasche und tatsächliche Angleichung
„Frühpensionitis“ - ein Schlag
gegen das Finanzierungssystem
für künftige Pensionsgenerationen.
des Pensionsantrittsalters an die gesetzliche Vorgabe
– Raus aus der Frühpension, ohne Ausnahme“,
so Tittler, „alles andere wäre ein falsches Zeichen
an die Jungen in unserem Land“.
Die nächsten Verhandlungen stehen schon
vor der Türe
Wenn das Pensionssystem verhandelt wird,
dann werden traditionellerweise aber nur die Pensionistenvertreter
als Zahlungsempfänger eingeladen.
„Wo bleibt hier die Generationengerechtigkeit?
Warum werden nur die Zahlungsempfänger, nicht
aber die Jungen als Einzahler und Leistungsträger
eingeladen?“, fragt sich nicht nur Tittler, sondern
der Großteil der jungen Generation. „Die Regierung
ist dringend aufgefordert, sich an die bestehende
Regelung zur Pensionsanpassung zu halten.“ Es
geht hier nicht darum, zugesagte Ansprüche zu
streichen oder jemandem etwas weg zu nehmen,
hier geht es um eine nachhaltige Sicherung des Sy-
stems. Und dabei sind alle aufgefordert ihren Beitrag
zu leisten“, so Tittler abschließend. Martin
Gleitsmann: „Es muss aber auch bei Prävention
und Gesundheitsvorsorge angesetzt werden. „Dabei
ist zunächst die Selbstverantwortung der Menschen
gefragt – immerhin passieren heute beispielsweise
88 Prozent der Unfälle in der Freizeit und
nicht am Arbeitsplatz.“ Auch sollten Unternehmen,
die ihre Mitarbeiter gesund und beschäftigungsfähig
halten wollen, stärker unterstützt werden.
Die Junge Wirtschaft fordert:
l Keine jährlichen teuren Pensionsrunden mehr
l Automatische gesetzliche Pensionserhöhung zur
Abgeltung der Inflation
l Pensionsalter nach Gesetz: Keine Frühpensionen
l Rasches Ende der Hacklerregelung
Freitag, 27. Mai 2011 DIE WIRTSCHAFT 5