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4 · Nr. 21 · 25.5.2012 Die Wirtscha� Im Gespräch Mitterlehner: Wirtscha� Über intelligentes Sparen und vieles mehr: Bundesminister Mitterlehner im Interview für die WK-Zeitungen. Sparen oder Wirtscha�swachstum ankurbeln? Es ist ebenso notwendig, intelligent zu sparen wie wachstumsfördernde Maßnahmen zu setzen. Auch die EU plant im Innovationsbereich ein Wachstums-Programm. In Österreich haben wir den Konsum nicht eingeschränkt. So haben wir bei den Familienleistungen nicht gekürzt. Bei den Pensionisten die Pensionserhöhungen nur eingebremst. Im F&E-Bereich wurde die Au�ragsforschung ausgeweitet. Auch für die thermische Sanierung gibt es weiter 100 Mio. Euro pro Jahr. Intelligentes Sparen heißt? Nicht Steuern erhöhen, sondern auf der Ausgabenseite sparen! Wir haben ohnehin eine sehr hohe Steuer- und Abgabenquote. Weitere Erhöhungen würden unsere Konkurrenzfähigkeit beeinträchtigen. Wird es neben der thermischen Sanierung Maßnahmen für KMU geben? �Zur Person: Reinhold Mitterlehner Die wirtscha�liche Entwicklung läu� gut. Zusatzimpulse zu setzen können wir uns derzeit nicht leisten. Die Wirtscha� wird in ihrer Schlagkra� durch das Konsolidierungspaket jedoch nicht beeinträchtigt. Es gibt zwar die Auflösungsabgabe, die trifft aber Klein- und Mittelbetriebe, die ihre Mitarbeiter relativ lange im Betrieb halten, nicht wirklich. Saisonbetriebe und Bauwirtscha� haben wir überdies mit der sechsmonatigen Befristung ausgenommen. Ansonsten ist es gelungen, viele Angriffe, etwa auf die Lehrlingsförderung oder Verschlechterungen im steuerlichen Bereich, abzuwehren. � Reinhold Mitterlehner stammt aus Helfenberg in OÖ, wo er am 10. Dezember 1955 geboren wurde – Gymnasium Rohrbach – anschließend Studium der Rechtswissenscha�en in Linz; Zusatzausbildung: Post-Graduate-Lehrgang für Verbandsmanagement in Fribourg. � 1980 bis 1992 Wirtscha�skammer OÖ, zuletzt Leiter der Abteilung Marketing – ab 1992 bis 2000 Generalsekretär des Österr. Wirtscha�sbundes – ab Juli 2000 Generalsekretär- Stellvertreter der Wirtscha�skammer Österreich. � Ab 8. Februar 2000 bis 2008 Mitglied des Nationalrates, von 2001 bis 2008 Obmann des Parlamentarischen Wirtscha�sausschusses. Wie schätzen Sie Österreichs internationale Wettbewerbsfähigkeit ein? Wir stehen gut da, nähern uns wieder der Exportquote von 60 Prozent an. Am internationalen Markt haben wir immer Erfolge mit Öko-Innovationen. Unsere Produkte können im internationalen Wettbewerb mithalten. Dieser wird jedoch immer intensiver. Unser Vorteil: Wir haben mit „go international“ und der Außenwirtscha�sorganisation ein Multiplikatorsystem aufgebaut, das andere Länder nicht haben. Zurzeit gehen wir über Europa hinaus sehr erfolgreich in andere Märkte. Damit werden wir von Europa unabhängiger. Die Erfolgsstrategie heißt Diversifikation! Im mittleren Osten, in Asien und der Schwarzmeerregion haben wir damit gute Erfolge. Auch der Versuch, KMU stärker für Exporte zu begeistern, funktioniert recht gut. Ihre Wirtscha�swachstumsprognose für heuer ... ...ist eher bei Eins als bei Null! Weil der Strukturwandel schon vollzogen wurde und in der Krise im Managementbereich umgestellt hat. Wir glauben, dass wir über den Prognosen des WIFO lie- gen werden, wenn nicht von außen noch störende Einflüsse kommen. Wie sollen wir mit den Turbulenzen in Europa umgehen? Im Wesentlichen unbeeindruckt. Man sollte sich nicht zu sehr von der Stimmung beeinflussen lassen. Zur Diversifikationsstrategie besteht keine wirkliche Alternative. Wie soll der Spritpreiskorridors ausschauen? Der Spritpreis ist das Ärgernis der Österreicher schlechthin. Bei einem Produkt, das zu 90 Prozent aus dem Ausland kommt, werden wir nicht gegen den Strom schwimmen können. Wir wollen das taktische Verhalten an langen Wochenenden beeinflussen, das viele Tankstellenbetreiber ja unabhängig von tatsächlichen Einkäufen bei Großhändlern und Raffinerien an den Tag legen. Es geht um mehr Wettbewerb und mehr Fairness am Markt. Gibt es dafür einen Zeitplan? Wir werden zu Fronleichnam damit beginnen. Sind Maßnahmen zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie geplant? Mittelfristig werden wir aufgrund der demografischen Entwicklung ein Arbeitskrä�eproblem haben. Das können wir vor allem mit besserer Vereinbarkeit von Wirtscha� und Familie bekämpfen. Hier schaffen wir eine dreifache Gewinnsituation für Frauen, Unternehmen und die Wirtscha�. Wir haben dazu den Familieundberuf-Index erstellt. Damit können sich Betriebe über Maßnahmen informieren und wie sie selbst bei der Familienfreundlichkeit stehen.

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