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Berufsbild Jurist
in den Medien
Wo werden in
den Medien
Juristen
gebraucht?
Von RA Bernhard Töpper
Bernhard Töpper
ist Rechtsanwalt und ehemaliger
Leiter der ZDF-Fachredaktion
»Recht und Justiz«.
was mit Medien!«, so antworten häufig junge
Leute, wenn sie gefragt werden, was sie denn nach
»Irgend
Abitur und Studium beginnen wollen. Medienberufe
sind beliebt, eine Tätigkeit bei der Zeitung, dem Rundfunk
oder Fernsehen gilt als besonders attraktiv, abwechslungsreich
und spannend.
Inzwischen drängen auch immer mehr junge Juristen in
Medienberufe. Doch welche Möglichkeiten gibt es dort
eigentlich? Wo werden in den Medien Juristen gebraucht?
Vertragsrecht, Arbeitsrecht,
Sponsoring, Wettbewerbs- ...
Zunächst einmal – wie bei jedem großen Unternehmen
– in der klassischen Rechtsabteilung, im Justitiariat. Wenn
es um rechtliche Grundsatzfragen geht, um allgemeines Vertragsrecht
oder Arbeitsrecht, um Sponsoring, Wettbewerbsoder
Titelschutzrecht, sind die Volljuristen im Justitiariat
gefragt. Sie sind ebenso zuständig, wenn jemand – häufig
sind es Prominente – wegen einer angeblichen Verletzung
ihres Persönlichkeitsrechts in einem Artikel oder in einer
Sendung von den Medienunternehmen eine Gegendarstellung,
Widerruf oder Schadenersatz verlangen.
Besonders spannend natürlich: Die Verhandlungen um
die Übertragungsrechte für die Fußball-Bundesliga oder
andere nationale und internationale Sportereignisse. Auch
diese Vertragsverhandlungen fallen in den Zuständigkeitsbereich
der Juristen, sei es bei öffentlich-rechtlichen oder
privaten Fernsehveranstaltern.
Medien und Internet | Berufsbilder für Juristen
Eine große Zahl von Juristen ist darüber hinaus in der
Abteilung »Rechtemanagement« beschäftigt, die sich vor
allem um Honorare, Lizenzen und Urheberrechte kümmert,
wenn etwa Fotos oder Filmausschnitte für einen Fernsehbeitrag
angekauft werden müssen.
Während die Juristen des Justitiariats und des »Rechtemanagements«
eher »hinter den Kulissen der Medien«
arbeiten, ist eine andere – zahlenmäßig sehr viel kleinere –
Gruppe von Juristen einem großen Publikum bekannt. Diese
Gruppe trägt entscheidend dazu bei, das »Gesicht« einer
Zeitung oder eines Senders in der Öffentlichkeit zu profilieren:
Die »Justiz-Journalisten«.
... oder Titelschutzrecht
Sie alle haben Jura studiert, bevor sie zu den Medien
gingen: Heribert Prantl und Helmut Kerscher von der
»Süddeutschen Zeitung«, Dietmar Hipp vom »Spiegel«,
Reinhard Müller und Joachim Jahn von der »Frankfurter
Allgemeinen« und Christian Bommarius von der »Berliner
Zeitung«, um nur einige aus den Print-Medien zu nennen.
Beim ZDF und beim Südwestrundfunk gibt es seit vielen
Jahren eigene Fachredaktionen »Recht und Justiz«, besetzt mit
rechtskundigen Journalisten, die immer dann auf dem Fernsehschirm
erscheinen, wenn es darum geht, den Fernsehzuschauern
wichtige Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts,
des Bundesgerichtshofs oder anderer oberster Bundesgerichte
zu erläutern: Zum Beispiel Bernd-Ulrich Haagen,
Joachim Pohl vom ZDF oder Frank Bräutigam und Giggi Deppe
vom SWR. Sie berichten auch über bundesweit interessierende
Strafprozesse, zum Beispiel vor den Staatsschutzsenaten
der Oberlandesgerichte Stuttgart und Düsseldorf.
Beim SWR in Karlsruhe existiert daneben noch eine
zweite Fachredaktion: »Recht und Rechtspolitik«, die für alle
Hörfunkanstalten der ARD die Gerichtsberichterstattung aus
der »Residenz des Rechts« wahrnimmt. Michael Reissenberger,
Martin Roeber und Bernd Wolf sind die bekanntesten
Hörfunk-Stimmen aus Karlsruhe.
Insgesamt finden sich also in den Medien für Juristen
vielfältige und interessante Betätigungsmöglichkeiten. ■
2011/2012 | Beck'scher Studienführer Jura
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