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Beitrag | Lernmanagement
Schlüsselkompetenzen sind nicht erst später für die
berufliche Praxis wichtig, sondern nützen schon bei der
Bewältigung der Anforderungen des Jurastudiums.
Außerdem tragen sie zur Persönlichkeitsbildung bei. Dies
ist nicht allen Studierenden bewusst und daher antwortet
kaum ein Student auf die Frage, was im Studium noch zu
Schlüsselkompetenzen
tragen auch zur
Persönlichkeitsbildung bei
lernen ist, mit »ich sollte meine rhetorischen Fähigkeiten
verbessern und am Zeitmanagement arbeiten«. Schlüsselkompetenzen
können nicht – wie Fachwissen – theoretisch
erlernt werden, sondern erfordern praktisches Training.
Ein erster Schritt ist der Besuch einer von der Universität
angebotenen Veranstaltung wie zum Beispiel Juristische
Rhetorik und anwaltliches Selbstverständnis (Köln), Legal
Clinic – Juristische Beratungspraxis (Hannover), Kreativität
und Problemlösungstechniken für Verhandler und
Veranstaltung »Kompetenztraining« 2010.
Beck'scher Studienführer Jura | 2011/2012
Jurastudierende beurteilen ihre sozialen Kompetenzen häufig positiv (grüne Punkte),
während sie bei anderen Kompetenzen noch Verbesserungsbedarf (rote Punkte) sehen.
Mediatoren (München), Soft Skills für Juristen (Halle-
Wittenberg), Erfolgsplanung und berufliche Zielsetzungen
(Hamburg), Lerntechniken und effektives Zeitmanagement
für Studierende der Rechtswissenschaften (Köln) oder
Schreibtraining für Juristen (Tübingen). Da sich Schlüsselkompetenzen
jedoch nicht durch den einmaligen Besuch
einer Veranstaltung erwerben lassen, ist fortwährende
Übung und die eigene Reflexion unabdingbar. Zur
Reflexion gehört eine ausführliche Analyse der
individuellen Stärken und Schwächen: Was fällt mir leicht?
Was kann ich noch verbessern? Fragt man Jurastudierende
nach ihrer Selbsteinschätzung zu für Juristen wichtigen
Schlüsselkompetenzen, beurteilen sie ihre soziale
Kompetenzen (»kommunikationsfähig«, »zuhören können«)
häufig positiv (grüne Punkte), während sie bei Kompetenzen
wie »Zeitplanung« oder »gut argumentieren/gut
sprechen« noch Verbesserungsbedarf (rote Punkte) sehen.
Um Stärken auszubauen und Schwächen zu überwinden,
gilt es, alle Situationen zu nutzen, in denen ein Training
von Schlüsselkompetenzen möglich ist. Gelegenheiten zum
aktiven Üben der Gesprächsführung und des mündlichen
Argumentierens sind zum Beispiel Referate, das
freie Reden über ein Thema, das Fragestellen in der Vorlesung,
Diskussionen in der privaten Arbeitsgemeinschaft
mit gegenseitigem Feedback, Rollenspiele, Videotraining
mit anderen Studierenden oder die Mitgliedschaft
in einem Debattierclub (Verband der Debattierclubs
http://www.vdch.de/). Lernkompetenz, Konzentration,
Belastbarkeit und Ausdauer werden durch konkrete
Lernziele und Lernpläne mit regelmäßigen Pausen gefördert.
Selbstorganisation und Zeitmanagement können mit
Studien- und Semesterplänen, mit dem Setzen von Prioritäten
und dem richtigen Umgang mit unvorgesehenen
Situationen verbessert werden. Das rechtliche Analysieren,
das gemeinsame Entwickeln einer Lösung, Kritikfähigkeit
und Teamfähigkeit lernt man in einer privaten Arbeitsgemeinschaft
oder durch die Teilnahme an einem Moot
Court hervorragend.
Fazit: Wenn Sie das Fachwissen und das methodische
Arbeiten erlernen und gleichzeitig wichtige Schlüsselkompetenzen
trainieren, sind Sie auf dem besten Weg,
erfolgreich zu studieren und diejenigen Fähigkeiten
zu erwerben, die Sie für ein erfolgreiches Berufsleben
benötigen und die Sie als guten Juristen auszeichnen. ■